Letzter Einsatz:

Nr. 38 / 2017
17. Oktober 2017 | 13:51 Uhr
Auslösung einer Brandmeldeanlage

Rettungsgasse rettet Leben

Mit dem Inkrafttreten der ersten Verordnung zur Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO) zum 14.12.2016 ist nun eindeutig klargestellt, wann und wo die Rettungsgasse gebildet werden muss. Fahrzeugführer müssen demnach eine Rettungsgasse bei Schrittgeschwindigkeit oder bei Stillstand des Verkehrs bilden. Die Rettungsgasse ist immer zwischen dem äußersten linken und dem rechts daneben liegenden Fahrstreifen zu bilden.

 

Der Gesetzestext des Paraphen 11 Absatz 2 lautet:

"Sobald Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden, müssen diese Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen für eine Richtung eine freie Gasse bilden.“

Einsatzkräfte können sich über diese Klarstellung freuen, da sie den Einsatz erleichtert. Sie sollten aber auch als Privatpersonen Vorbild sein und diese Regelung beachten!

 

Bereits bei stockendem Verkehr muss die Bildung einer Rettungsgasse angestrebt und offen gehalten werden. Wenn die Fahrzeuge bereits dicht auf dicht stehen, wie es in einem Stau meist der Fall ist, ist es nicht mehr möglich, den Einsatzfahrzeugen rechtzeitig Platz zu schaffen.

Der Standstreifen ist nicht für Einsatzfahrzeuge geeignet, da er nicht überall durchgehend ausgebaut ist und zudem können Pannenfahrzeuge den Weg versperren. Machen Sie daher bei mehrspurigen Fahrbahnen rechtzeitig die sogenannte Rettungsgasse frei. Sie ist für Fahrzeuge mit Blaulicht gedacht, die schnellstmöglich zum Unfallort vordringen müssen. Im Ernstfall rettet diese Gasse Leben. Sorgen Sie so für die freie Fahrt der Einsatzkräfte. Jeder Autofahrer sollte daran denken, dass im Notfall keine Zeit verloren werden darf.

Denken Sie daran: Bei einem Stau auf mehrspurigen Straßen sind alle Autofahrer verpflichtet, die "Rettungsgasse" freizumachen.

Befahren werden darf die Rettungsgasse ausschließlich von Rettungs- und Hilfsfahrzeugen. Dazu zählen: Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei, Krankenwagen, Abschlepp- und Pannendienstfahrzeuge.

 

Die Rettungsgasse auf Autobahnen:
Fahren Sie auf dem linken Fahrstreifen, so weichen Sie nach links aus. Sind Sie auf dem mittleren oder rechten Fahrstreifen unterwegs, so fahren Sie nach rechts. Auf vierspurigen Autobahnen in Deutschland ist die Rettungsgasse in der Mitte zu bilden.

 

Wenn Sie Fahrzeuge mit Sondersignalen hören oder sehen:
  • verringern Sie die Geschwindigkeit
  • halten Sie im Zweifelsfall an 
  • richten Sie Ihr Fahrzeug möglichst parallel zur Fahrtrichtung aus, damit das Heck Ihres Fahrzeugs nicht in die Rettungsgasse hineinragt
  • halten Sie ausreichend Abstand zu Ihrem Vordermann
  • halten Sie die Rettungsgasse offen! Oftmals folgen weitere Rettungs- und Einsatzfahrzeuge

 

Welche Strafen drohen?

Was die meisten nicht wissen, auch in Deutschland können Strafen für das Nichtbilden einer Rettungsgasse und somit Blockieren der Rettungskräfte verhängt werden. Es ist nämlich kein zuvorkommendes Verhalten sie zu bilden, sondern eine Ordnungswidrigkeit sie nicht zu bilden. Allerdings handelt es sich gerade einmal um 20 Euro, die zudem so gut wie nie verhängt werden.

Ganz anders ist die Situation in Österreich. Nach einer großen Aufklärungskampagne im TV und Internet für das Einhalten der Rettungsgasse werden nun „für die Behinderung von Einsatzfahrzeugen oder widerrechtliches Befahren der Rettungsgasse“ Strafen von bis zu 2.180 Euro fällig!

 

Bitte denken Sie daran, auch Ihr Leben könnte einmal davon abhängen, wie schnell andere Verkehrsteilnehmer Platz für Rettungskräfte schaffen!

 

Die Grundregeln zum richtigen Verhalten, wenn Ihnen Einsatzfahrzeuge mit Sondersignal begegnen, erhalten Sie hier.

 

 

 

 

Quelle: www.adac.de & Innenministerium Baden-Württemberg

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