Letzter Einsatz:

Nr. 50 / 2017
14. Dezember 2017 | 06:36 Uhr
Baum auf PKW

Feuerlöscher

90 Prozent aller Wohnungsbrände können bereits in der Entstehungsphase gelöscht werden.

Bei täglich mehr als 5.000 Wohnungsbränden in Deutschland zeigt sich immer wieder, wie wichtig die ersten Minuten sind, um einen entstehenden Brand erfolgreich zu bekämpfen. Nach übereinstimmender Einschätzung von Fachleuten können bis zu 90 Prozent aller Brände bereits in der Entstehungsphase gelöscht werden - wenn ein Feuerlöscher zur Verfügung steht. In der Mehrzahl der Fälle geschieht dies noch, bevor die Feuerwehr eintreffen kann. Die richtige Handhabung eines Feuerlöschers, darauf macht der Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe e.V. (bvbf) aufmerksam, ist denkbar einfach und in wenigen Minuten zu erlernen, sodass im Brandfall jeder, der sich zuvor damit befasst hat, die wertvolle "erste Hilfe" leisten kann, um größere Schäden zu vermeiden und sogar Menschenleben zu retten. Es kommt aber auf die richtige Bedienung an. Deshalb sollte man sich bereits damit vertraut gemacht haben, bevor es brennt.

 

Lösch-Sprays sind kein vollwertiger Ersatz für einen Feuerlöscher

Bei sogenannten Lösch-Sprays, so der bvbf, ist zumindest Vorsicht geboten, da eine Spray-Dose mit nur 600 ml Inhalt schnell an ihre Grenzen stößt und das Löschmittel womöglich schon aufgebraucht ist, bevor der Brand gelöscht werden kann. Sie sind deshalb kein vollwertiger Ersatz für einen Haushalts-Feuerlöscher.

Mit üblicherweise sechs kg Löschpulver oder wahlweise sechs, zumindest aber drei Litern Löschschaum, verfügen Feuerlöscher über eine größere Löschmittelreserve - was beispielsweise im Fall einer Rückzündung von Bedeutung sein kann. Zudem ermöglicht die höhere Spritzreichweite einen sicheren Abstand zum Brandherd.

Während die Dosen der Lösch-Sprays wegen der beschränkten Haltbarkeit des Löschmittels bereits nach maximal drei Jahren ein Fall für die Entsorgung sind, können Feuerlöscher nach der Norm DIN EN 3 wieder aufgefüllt werden. Mit einer Nutzungsdauer von 20 Jahren und mehr gelten Feuerlöscher dabei als langlebige Gebrauchsgüter und stehen so für Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit.

Die regelmäßige Kontrolle und Wartung übernimmt ein qualifizierter Brandschutz-Fachbetrieb, der auch sonst in allen Fragen zum vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz der richtige Ansprechpartner ist. Darüber hinaus bieten die Firmen auch Brandschutz-Schulungen und praktische Löschübungen für Unternehmen und Privatleute an. Adressen lokaler Anbieter können beim bvbf (Friedrichsstraße 18, 34117 Kassel) erfragt und im Internet unter www.bvbf.de abgerufen werden.

 

Funktionsweise

Feuerlöscher hängen normalerweise an der Wand oder befinden sich in speziellen Schränken für Feuerlöscher. Sie sind in der Regel gegen unbeabsichtigtes Auslösen gesichert und müssen deshalb vor dem Gebrauch entsichert werden. Überwiegend befindet sich die Sicherung unterhalb des Griffes. Bei der Entfernung der Sicherung wird normalerweise auch die Verplombung des Feuerlöschers zerstört.

Da es eine Vielzahl unterschiedlicher Typen gibt, können wir die Funktionsweise an dieser Stelle nur in Ansätzen beschreiben. Schauen Sie sich doch einfach mal einen Feuerlöscher an, wenn Sie im Alltag an einem vorbeikommen (z.B. an der Arbeitsstelle, im Kaufhaus, etc.). Bitte nehmen Sie den Feuerlöscher dort aber niemals einfach so von der Wand oder aus dem Feuerlöscherschrank, da in manchen Fällen bei der Entnahme ein automatischer Feueralarm ausgelöst wird.

Auf den Feuerlöschern ist die Bedienungsanleitung in einfachen Worten und Piktogrammen erklärt:

1. Die Sicherung  entfernen
2. Den Schlagknopf oder den Betätigungsgriff drücken
3. Dann den Löschstrahl auf den Brandherd richten

Immer darauf achten, dass genügend Abstand zu den Flammen besteht.

 

Wie findet man Feuerlöscher und Löschdecken in Gebäuden?

Der wichtigste Grundsatz bei der Suche nach einem Löschmittel ist, dass Sie nicht in Panik verfallen, bleiben Sie ruhig. Überlegen Sie, wo sich in Ihrer direkten Umgebung ein Feuerlöscher befinden könnte. Oft helfen Hinweisschilder bei der Suche, die auf einen Feuerlöscher oder eine Löschdecke hinweisen. Auf Ihrer Arbeitsstätte sollten Sie natürlich wissen, wo sich der nächste Feuerlöscher oder die nächste Löschdecke befindet.

 

Weg zum nächsten

Feuerlöscher

Standort eines

Feuerwerlöschers

Standort einer

Löschdecke

 

 

anleitung feuerloescher

Quelle: GLORIA GmbH

 

Welcher Feuerlöscher ist der Richtige?

Da brennbare Stoffe ihrer art nach sehr unterschiedlich sind, ist es erforderlich, verschiedene Löschmittel je nach Einsatzgebiet einzusetzen. Zwar können einige Löschmittel bei mehreren Brandklassen eingesetzt werden - leider jedoch nicht bei allen. Ein universelles Löschmittel gibt es nicht. Die Wahl eines geeigneten Feuerlöschers kann der Privatmann anhand von sogenannten Brandklassen ermitteln. Generell unterscheidet man zwischen den fünf Brandklassen.

Für die richtige Auswahl des Löschgerätes muss zunächst ermittelt werden, mit welchem Brandrisiko im Haushalt zu rechnen ist. Hierfür kommen u. a. die Gardine, das Sofa, die Tischdecke oder das Bett in Frage, aber auch Lacke und Verdünner im Bastelkeller, sowie Bratpfanne oder Fritteuse in der Küche. Ausgehend von den vorgenannten Brandrisiken ist also überwiegend mit festen glutbildenden Brennstoffen der Brandklasse A, brennbaren Flüssigkeiten der Bandklasse B oder Bränden von Speiseöl und Speisefett der Brandklasse F zu rechnen. Brennbare Gase (Brandklasse C) sind relativ selten im Haushalt vorhanden, dürfen aber im Brandfall nur dann gelöscht werden, wenn der Gasaustritt anschließend abgeschaltet werden kann, ansonsten würde eine Explosionsgefahr entstehen. Für die Brandbekämpfung im Haushalt eignen sich also vor allem Schaum-, Pulver- und Fettbrandlöscher.

 

 Brandklasse

Beschreibung

Löschmittel

Hinweis

Brände fester Stoffe. Die Verbrennung erfolgt mit Glutbildung. Beispiele sind Holz, Papier, Stroh, Kohle, Autoreifen oder Textilien. Wasser, wässrige Lösungen, Schaum, ABC-Pulver, Löschgel, verschiedene Kleinlöschgeräte wie z.B. Löschdecke oder Feuerpatsche  
Brände von flüssigen oder flüssig werdenden Stoffen. Beispiele sind Kraft- oder Schmierstoffe, Fette, Lacke, Alkohol, Kerzenwachs, PVC, Teer, Paraffin. Schaum, ABC-Pulver, BC-Pulver, Kohlenstoffdioxid auch Stoffe, die durch die Temperaturerhöhung flüssig werden
Brennende Gase, zum Beispiel Propan, Methan, Wasserstoff, Erdgas, Stadtgas, Azetylen.

ABC-Pulver, BC-Pulver

Gaszufuhr durch Abschiebern der Leitung unterbinden

Brände von Gasen in der Regel erst dann löschen, wenn die Gaszufuhr unterbunden werden kann, da sich sonst ein explosionsfähiges Gas-Luft-Gemisch bilden kann.
Brände von Metallen, wie zum Beispiel Magnesium, Aluminium, Kalium, Natrium, Lithium. Metallbrandpulver (D-Pulver) sowie als Behelfslöschmittel trockener Sand, trockenes Streu- oder Viehsalz, trockener Zement Bei Bränden der Klasse D niemals Wasser als Löschmittel verwenden.
Brände von Speiseölen und -fetten (pflanzliche oder tierische Öle und Fette) in Frittiergeräten und anderen Kücheneinrichtungen. Fettbrand-Löscher mit Speziallöschmittel (zur Verseifung) oder geeignetes Löschspray Bei Bränden der Klasse F niemals Wasser als Löschmittel verwenden.

 

Benutzung einer Feuerlöschdecke

Die Löschdecke eignet sich zum raschen Ersticken von Flammen kleinerer Brände, insbesondere bei Küchenfettbränden in Pfannen, Fettbackgeräten oder Fritteusen mit max. 3 Liter Inhalt. Bei größeren Fettbränden sind speziell geeignete Fettbrandfeuerlöscher zu empfehlen. Für die Bekämpfung von Personenbränden sind Löschdecken nur bedingt geeignet. Das Opfer muss auf den Boden geworfen und mit der Löschdecke abgedeckt werden, was situationsbedingt nicht einfach ist. Auch hier ist der Einsatz eines geeigneten Feuerlöschers vorzuziehen. Das Löschmittel sollte hierbei nicht in das Gesicht des Opfers gespritzt werden!

 

 

 

 

Quelle: Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe e.V. (bvbf)

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